Berichte Leichtathletik

2021

Leichtathletik

 

Erster Wettkampf für die Jüngsten in 2021 und gleich 7 Kreismeisterschaften erkämpft!

 

Eigentlich haben wir nicht mehr damit gerechnet, dass vor den Sommerferien noch ein Veranstalter einen Wettkampf anbietet und sich mit den hohen Auflagen des Gesundheitsamtes auseinandersetzt. Doch der FSV Sarstedt mit seinem Team, schaffte es alle Auflagen zu erfüllen und den ersten Wettkampf auf Kreisebene anzubieten. Viele Vereine haben auf diesen Moment gewartet und dementsprechend wurde die Veranstaltung von vielen Vereinen aus ganz Niedersachsen besucht. Auch die Leichtathleten aus Bad Salzdetfurth waren gespannt, ob die kurze Trainingszeit ausgereicht hat, um an die Leistungen vom Vorjahr anzuknüpfen.

 

Natürlich haben wir als Trainer extrem darauf geachtet, dass die Leichtathleten die vorgeschriebenen Coronaregeln eingehalten haben. Sie sollten aber trotz der Einschränkungen die Möglichkeit haben, wieder nach und nach an ihr Leistungslevel anzuknüpfen. Es war schon komisch, mehrere Gruppen auf den Sportplatz zu verteilen und mit Abstand zu trainieren. Aber Motivation, Disziplin und Einsatz waren perfekt, was die „neue“ Trainingsmethode erheblich vereinfachte. Obwohl wir eine lange Zeit nicht zusammen trainieren konnten, waren zum Trainingsstart fast alle Sportler wieder da und versuchten mit viel Ehrgeiz den Trainingsrückstand aufzuholen. Das ist einfach Klasse! Allen war anzumerken, dass auch die soziale Komponente eine wichtige Rolle spielt. Es gab viel zu erzählen. Denn das soziale Miteinander ist eine Voraussetzung, um wieder Leistung zu bringen. So gut vorbereitet, fuhren wir nach Sarstedt. Natürlich hatten wir unsere Erwartungen nicht so hochgesteckt. Wir wollten schauen, wo stehen unsere Kids und woran müssen wir in den nächsten Wochen arbeiten. Aber es kam besser als wir dachten!

Yven Helms knüpfte nahtlos an seine guten Sprintergebnisse vom Vorjahr an und wurde Meister über 100m der M14. Im Weitsprung war er ebenfalls auf Meisterkurs, musste sich aber im sechsten und letzten Versuch doch mit Platz zwei begnügen. Auch Hendrik Rost (M14) kam sehr gut in die Wettkampfsaison. Er lief das erste Mal die 300m bei den 15-jährigen und wir waren überrascht, wie gut er mit der langen Sprintstrecke zurechtkam. Auch im Weitsprung (4,49m) mit Platz drei, hat er einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Toni Strobach und Til Meyer M12 mussten in der für sie neuen Altersklasse, zum ersten Mal die 75m als Sprintstrecke absolvieren. Beide konnten sich für den Endlauf qualifizieren. Für die ersten drei Plätze reichte es nicht, denn die Konkurrenz war stark. Jakub Szuprytowska, (M10) konnte mit zwei dritten Plätzen (Weitsprung und Ballwurf) ebenfalls überzeugen und konnte sehr zufrieden sein. Alexander Lützel hatte an dem Samstag einen wirklich tollen Tag. 2 Kreismeistertitel in der Altersklasse M9!! Das war wirklich nicht zu erwarten! Seine 3,01m im Weitsprung und 8,88sec über 50m wurden von keinem Konkurrenten erreicht. Klasse gemacht!

Nach zwei Jahren Wettkampfpause kam Lena Rudolph (W13) überraschend gut in die Wettkampfsaison. Im Training zeigte sie schon, dass ihr Ehrgeiz wieder da ist. Großes Pech hatte sie beim Weitsprung, als sich die Sohle ihres Spikes löste und sie dadurch ihren dritten Versuch abbrechen musste. Dafür lief sie bei starker Konkurrenz im 75m Endlauf mit persönlicher Bestzeit. Auch im Hochsprung bestätigte sie ihre guten Trainingsergebnisse und wurde verdiente vierte in diesem Wettbewerb. Unsere immer gut gelaunte Sunja Schindler (W12) musste sich gegen stark besetzte Felder durchsetzen. Mit tollem Laufstil und Talent bietet sie ihren oft zwei Köpfe größeren Konkurrentinnen Paroli. Letztes Jahr hatte sie im Weitsprung altersbedingt noch eine Absprungzone. Ab dem 12. Lebensjahr gilt dann nur noch das Absprungbrett. Der Anlaufrhythmus bereitet noch ihr Probleme, was aber völlig normal ist. Trotzdem erreichte sie hier, wie im Hochsprung, einen tollen vierten Platz. Angelina Westermann (W10) machte gleich in ihrem ersten Wettkampf im Hochsprung die schmerzhafte Erfahrung, dass eine Latte auch weh tun kann, wenn man darauf fällt. Doch die Schmerzen waren schnell verflogen, als sie realisierte, dass sie mit übersprungenen 1,10m Kreismeisterin geworden ist. Gespannt waren wir auf den 50m Lauf in ihrer Altersklasse. Mit persönlicher Bestzeit von 8,44 sec, schaffte sie den Sprung aufs Treppchen mit Platz 3. Nur beim Start gibt es noch viel Verbesserungspotential, dann ist da noch eine Menge mehr drin. Den Vogel schoss allerdings unserer „Lauffloh“ Zoe Baraniak (W09) ab. Einfach erstaunlich, welche Energie in dem kleinen Mädchen steckt. Sie hat wohl die Gene ihrer Mama Angela geerbt, die in den 80ern sehr erfolgreich unterwegs war. Letztes Jahr war Zoe schon die Beste in ihrer Altersklasse im Weitsprung. In diesem Jahr pulverisierte sie mal eben den 43 Jahren alten Vereinsrekord von Andrea Feurig mit damals gesprungenen 3,70m um ganze 12 Zentimeter. Das ist wirklich schon eine Hausnummer! Dann kam der 50m Lauf. Routiniert startet sie schon aus dem Startblock, was in dem Alter keine Selbstverständlichkeit ist. Ihre Zeit von 8,28 sec mit erst 9 Jahren gelaufen, da staunte selbst ihre Mutter. Jetzt muss Angela um ihren ersten Platz in der 25-jährigen Bestenliste bangen. Das wird sie aber bestimmt mit einem Lächeln akzeptieren. Ach ja! Natürlich wurde Zoe mit ihren Leistungen 2- fache Kreismeisterin. Es war ein sehr erfreulicher Wettkampftag für die Salzdetfurther Leichtathleten.

 

Sparkassenmeeting in Sarstedt mit über 400 Teilnehmern!

Damit hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet! Starke Teilnehmerfelder über alle Altersklassen und mit großer Leistungsdichte waren am Start. Auch hier wollten wir eigentlich nur schauen, wo unsere Athleten nach so einer langen Pause stehen. Um es vorweg zu nehmen, besser als wir dachten.

Adrian Kreye (Männer) wagte sich trotz geringer Trainingszeiten an den Hochsprung (kann man zu Hause schlecht trainieren). 1,67m, persönliche Bestleistung und Platz drei waren ein klasse Einstand. Das macht Spaß auf mehr! Unglücklich vom Zeitplan, dass der 100m Lauf sofort nach dem Hochsprung stattfand. Adrians gestoppte Zeit von 12,49sec waren sehr ordentlich. Durch seinen Sturz ins Ziel erlitt er einige Abschürfungen, die in den nächsten Tagen ausheilten mussten. Platz 10 zeigte hier schon die starke Konkurrenz. Jonas Maibaum (Männer) präsentierte sich auch leistungsstark und gewann souverän das Speerwerfen mit neuer persönlicher Bestleistung! 47,38m sind wirklich schon Top! Da kommt zurzeit kein anderer Werfer im Kreis Hildesheim heran. Platz eins und eine kleine Geldprämie (gesponsert von der Sparkasse Hildesheim) waren Belohnung an diesem Tag. Philipp Weimann (Männer) wusste selbst nicht so recht, wo er im Kugelstoßen steht. Im Training lagen Hui und Pfui sehr dicht beisammen. Am Anfang mit noch vielen technischen Fehlern, steigerte er sich im Laufe des Wettkampfes auf sehr gute 10,53m mit der 7,25 kg Kugel, was Platz zwei bedeutete. Na geht doch!

Hendrik Rost (M14) sollte unbedingt noch einmal die 300m laufen, weil er sich im Training stark verbessert zeigte. Leider leistete er sich einen Fehlstart, der eine Disqualifikation bedeutete! Kopf hoch! Das ist schon ganz anderen Spitzenleuten passiert. Yven Helms (M14) lief erst das zweite Mal die 100m im Wettkampf und zeigte wieder eine klasse Leistung. 12,77sec. bedeutet zurzeit Platz drei im Bezirk Hannover. Als Sprinter zeigte er aber auch im Kugelstoßen sein Talent. Technisch noch verbesserungswürdig, aber sein Stoß auf die Weite von 8,51m bedeutete Platz eins. Til Meyer (M12) wollten wir nochmal über 75m und im Weitsprung sehen. Zwar konnte er sich im Weitsprung gegenüber dem letzten Wettkampf verbessern, aber da ist noch sehr viel Potential, die er durch weitere Trainingseinheiten abrufen kann. Einen schweren Stand hatten unsere Frauen mit den großen Teilnehmerfeldern und starker Konkurrenz! Kristin Rudolph zeigte sich im Weitsprung unbeeindruckt. Ihr Sprung auf 4,56m und Platz 4 waren mehr als wir erwartet hatten. Kleine technische Unsauberkeiten verhinderten eine bessere Platzierung. Jennifer Westermann (eigentlich W35) versuchte sich gegen die wesentlich jüngeren Frauen über 100 und 200m durchzusetzen! Im Laufe der letzten Jahre hat sie ihre Sprintqualitäten erheblich verbessert und konnte gut mithalten. Weitsprung? Vergessen wir mal für heute! Auch Svenja Eickemeier(eigentlich eine Werferin) nutzte diesen Wettkampf über 100m, 200m und Weitsprung um ihren Trainingsstand zu überprüfen. Sie ist eine sehr elegante Läuferin, aber noch fehlt die Sprintstärke für die letzten Meter. Technisch gibt es wirklich wenig zu meckern, aber sie weiß was verbessert werden muss. Wir warten nur noch auf den ersten Werfertag, damit sie ihre Stärken ausspielen kann. Den 800m Lauf hat Lena Rudolph (W13) nie wirklich geliebt. Doch im Training war klar zu erkennen, dass sie mit ihrem stark verbesserten Laufstil gute Zeiten laufen kann. Mit 3:03,29 min und einem fulminanten Schlussspurt bestätigte sie ihre Trainingsergebnisse. Wir sind neugierig, wie sie den Rest der Saison absolviert. Auch Sunja Schindler (W12) wollten wir über die 800m sehen, denn sie hat mit ihren 12 Jahren einen besonders leichten Laufstil. Das sind beste Voraussetzungen für diese Strecke. Mit 3:03,45min hat sie unseren Eindruck bestätigt und belegt damit zurzeit Platz zwei im Kreis Hildesheim. Bei Angelina Westermann (W10) hoffen wir auf eine Verbesserung im Weitsprung. Als gute Sprinterin kann sie die Schnelligkeit noch nicht in Weite umsetzen. Aber mit entsprechendem Training wird das bald klappen. Über 50m zeigte sie wieder ihre Stärke. Mit Platz zwei in 8,33sec. konnte sie wieder eine persönliche Bestleistung aufstellen und das Lächeln kam zurück. Zoe Baraniak (W9) musste erstmals feststellen, dass man nicht an jedem Tag eine neue Bestleistung aufstellen kann. Weitsprung und 50m waren gut, aber eben keine Bestleistung. Dafür schockte sie im 800m Lauf ihre Konkurrenz. Ihr Sieg in 2:57,98 min bedeuteten, dass sie den 23 Jahren alten Vereinsrekord (Derya Rerrer 1998) um 3 Sekunden verbesserte! Und das faszinierende an ihr ist: Nur 10 Minuten später hätte sie die Strecke schon wieder laufen können! Ein Powergirl, wie man es nur selten sieht.

                                                                                                                                             Ralf Göppert

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